Hier werden alle Fachbeiträge aus der Kategorie Altenpflege gezeigt.

Eine Frage der Haltung: Kinästhetik

Die alte Dame liegt im Bett auf dem Rücken und versucht mit Millimeterbewegungen sich in eine aufrechtere Position zu bewegen. Es mag ihr kaum gelingen. Hinter ihren Bewegungen steckt kaum Kraft. Ihr könnte geholfen werden, indem das Pflegepersonal unter Ihre Achseln greift und sie gewissermaßen „hochwuchtet“. Das allerdings ginge der Heberin aufs Kreuz und verursachte der Bettlägerigen unter Umständen Schmerzen. Wie geht das dann in guter Weise? Kinästhetik ist jetzt gefragt – die Lehre der Bewegungsempfindung, die durch eine systematische Sensibilisierung für die Wahrnehmung von Bewegung hilft, neue Bewegungskompetenzen bei allen Betroffenen zu entwickeln. Weiterlesen

Alltagsaktivitäten

Hausgemeinschaften sind ganz eng mit Alltag und Alltagsaktivitäten verknüpft. Sie sind der Versuch, gemeinsam den Alltag zu gestalten. Gemeinsam Dinge tun, die gerade anstehen. Die Bewegungen, die in den Alltagsaktivitäten erforderlich sind, spielen für Menschen mit Demenz eine besondere Rolle: indem sie eine alltägliche Aktivität ausführen, spüren sie etwas Vertrautes – diese Bewegung habe ich schon oft gemacht. Dann gibt die Alltagsaktivität ein Stückchen Orientierung…

Auch in Hausgemeinschaften klappt das nicht immer. Die Umgebung ist immer da, und manchmal ist es ein gutes Angebot und der Mensch mit einer Demenz reagiert darauf. Er braucht einfach Zeit um etwas ausführen zu können – und wir brauchen Gelassenheit, dass wir es in Ruhe abwarten und nicht unnötig korrigierend eingreifen.

An anderen Tagen stimmt einfach die Verpackung nicht – aber hey: wem geht das nicht so?!

 

Warum wir keine Schnabelbecher haben

Die Schnabeltasse weist folgendes Problem auf: Normalerweise beginnt die Flüssigkeitsaufnahme an den Lippen. Beim Trinken mit der Schnabeltasse wird sie jedoch tief in den Mundraum verlagert. Der Körper wird so erst viel später über die herannahende Flüssigkeit informiert als beim normalen Trinken. Dadurch wird der Schluckreflex zu spät ausgelöst, und es kann zum Verschlucken kommen.

Hinzu kommt, dass bei alten Menschen der Schluckreflex verlangsamt abläuft, besonders bei Demenzpatienten. Somit kommt es häufiger zum Verschlucken, und es besteht die Gefahr, dass Speisen oder Flüssigkeiten aspiriert werden, also in die Luftröhre gelangen.

Ein weiteres Manko der Schnabeltasse ist, dass die Temperatur, die normalerweise an den Lippen wahrgenommen wird, erst sehr spät – in der Mitte des Mundraumes – erkannt wird. Zu heiße Getränke können so Zunge und Gaumen verbrühen, ohne dass man noch in der Lage wäre, einen größeren Schaden abzuwenden.

Wir haben also gar keine Schnabeltassen eingekauft….